Indice de Desarrollo

Democrático de

América Latina

IDD-Lat 2006

Mit Sperrfrist für die Öffentlichkeit bis zum 29.9.2006

LATEINAMERIKA: Widerspruch zwischen Populismus und demokratischer Entwicklung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung und Polilat.com stellen hiermit ihren Index über Demokratische Entwicklung in Lateinamerika IDD-Lat, Ausgabe 2006, vor. Untersucht wurde das Verhalten der Demokratien in der Region. Chile, Costa Rica und Uruguay führten erneut die regionale Rangliste an. Die negativste demokratische Entwicklung haben Nicaragua, Venezuela, Bolivien und Ecuador erfahren. Die Ergebnisse stehen im Internet unter web www.idd-lat.org. zur Verfügung

 Der seit 2002 jährlich erscheinende Bericht, in dem das demokratische Verhalten von Regierungen und Öffentlichkeit in 18 Ländern des Kontinents untersucht wird, vertieft jedes Jahr die Analyse eines der Probleme, unter denen die regionale demokratische Entwicklung leidet. In diesem Jahr wirft der Bericht den Widerspruch zwischen Technopopulismus und demokratische Entwicklung auf und untersucht das regionale Verhalten im Hinblick auf die neuen auf  Ausschluss und Ausschließlichkeit basierender Führungsstile, die sich in der Region verbreiten.

Die Existenz von Politikern, die sich den leidgeprüften lateinamerikanischen Gesellschaften als Retter aus ihrer wirtschaftlichen und sozialen Not präsentieren, schließt einen beklagenswerten Teufelskreis. Die Konstellation wird dadurch noch zusätzlich begünstigt, dass der enorme Preisanstieg bei den lateinamerikanischen Exportgütern auf den internationalen Märkten außergewöhnliche Wirtschaftsüberschüsse entstehen lässt. Während in vielen Ländern die Regierungen  einerseits bereit sind, diese Mehreinnahmen zum Aufbau und zur Stärkung von politischen Klientelimus-Netzen zu verwenden, vertieft sich andererseits die historische und brutale Kluft zwischen den Einkommen der Reichen und den Einkünften der aus dem sozialen und wirtschaftlichen System ausgegrenzten Gruppen. 

Das Wiederaufkommen in den letzten Jahren von zahlreichen populistischen Prozessen unterschiedlicher Prägung ist sicher nicht nur auf Lateinamerika beschränkt. Dennoch sind Phänomene wie eine weit verbreitete nicht organisierte Gewalt, der Verschleiß der Institutionen, Politikverdrossenheit und gesellschaftliche Zersplitterung sowie eine immer breiter werdende Kluft zwischen Arm und Reich kennzeichnend für die regionalen Realität.

Die Globalisierung, der Verfall der Ideologien, die eingeleiteten Wirtschaftreformen, die soziale Unzufriedenheit und zunehmende Zersprengung der Gesellschaft, Apathie, eine chronische institutionelle Schwäche und die Auswirkung der neuen Technologien gepaart mit einer wenig demokratischen Haltung der Eliten bilden ein Szenarium, das die Rückkehr des Populismus in der Region begünstigt. Dabei erreicht dieser technokratische und ausgefeilte Populismus eine Intensität, mit der es ihm gelingt die Gesellschaften zu spalten und die Institutionen und bürgerrechtlichen Qualitäten zu zerstören.

Positiv ist, dass nicht alle Länder der Region den Weg zielloser populistischer Turbulenzen oder  der demokratischen und labilen Anomie der „failing States“ gehen, insbesondere auch solche nicht, die sich an die Spitze der lateinamerikanischen demokratischen Entwicklung gestellt haben. Diese Länder sind auf der ständigen Suche der institutionellen Verbesserung und politischen Effizienz auf der Grundlage von gewonnenen Erfahrungen sowohl von Regierenden als auch Regierten. Diesen Weg wollen wir unterstützen und fördern.

 IDD-Lat 2006 spiegelt diese komplexe Realität der lateinamerikanischen Situation wieder. Das allgemeine Umfeld zeigt eine leichte Verbesserung im regionalen Durchschnitt, der um 4,57% steigt, und zwar im wesentlichen aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Entwicklung in der Region. Wie auch schon in den zurückliegenden Jahren heben sich lediglich drei Länder ab, nämlich Chile, Uruguay und trotz seiner politischen Turbulenzen Costa Rica. Diese Länder zeichnen sich durch solide demokratische Strukturen aus und durch eine demokratische Entwicklung, die fernab vom Populismus schrittweise Fortschritte im Aufbau von Gesellschaften mit einem höheren Entwicklungsgrad erzielen (was selbstverständlich nicht bedeutet, dass nicht auch diese Länder sich mit Problemen konfrontiert sehen). 

Dagegen haben Nicaragua, Venezuela, Bolivien und Ecuador diesen Weg noch nicht gefunden. Vielmehr entfernen sie sich zunehmend von den Zielen einer demokratischen Entwicklung.

Die übrigen Länder zeigen ein sehr unterschiedliches Bild mit bemerkenswerten Fortschritten aber auch sichtlichen Rückschlägen. Dabei stellt oft das politische und soziale Gefüge dieser Länder ein  Hindernis auf dem Weg ernsthafter Bemühungen um mehr Demokratie dar.

Der IDD-Lat-Index misst und vergleicht die demokratischen Anstrengungen unserer Gesellschaften. Die ausgewerteten Kennzahlen sind notwendiger Bestandteil für die Auswertung der jährlich gemachten Fortschritte oder erlittenen Rückschläge. Viel wichtiger noch als die Aussagekraft über die unmittelbare Vergangenheit ist der instrumentelle Wert für eine effektive Planung und einen Konsens im Hinblick auf mittelfristige und langfristige Maßnahmen in den verschiedenen Dimensionen der Demokratischen Entwicklung (Politische Rechte und Bürgerfreiheiten, Qualität der Institutionen und politische Effizienz und Sozioökonomische Regierungsfähigkeit).

     Ranking des IDD-Lat 2006               Entwicklung des IDD-Lat 2005 - 2006

Land

Punkte

 

Land

IDD-LAT 2005

IDD-LAT 2006

1.

Chile

10,796

 

Argentinien

4,337

5,330

2.

Costa Rica

9,704

 

Chile

10,435

10,796

3.

Uruguay

8,397

 

Uruguay

8,355

8,397

4.

Panama

6,828

 

Paraguay

4,493

3,745

5.

Mexiko

5,917

 

Brasilien

3,820

4,468

6.

Argentinien

5,330

 

Bolivien

3,528

2,726

7.

El Salvador

4,718

 

Peru

3,126

3,590

8.

Brasilien

4,468

 

Ecuador

3,658

2,237

9.

Honduras

4,431

 

Kolumbien

2,993

4,362

10.

Dominikanische Republik

4,187

 

Venezuela

2,581

2,720

11.

Kolumbien

4,362

 

Panama

6,918

6,828

12.

Paraguay

3,745

 

Costa Rica

8,510

9,704

13.

Guatemala

3,834

 

Nicaragua

4,032

3,151

14.

Peru

3,590

 

El Salvador

5,053

4,718

15.

Nicaragua

3,151

 

Honduras

4,332

4,431

16.

Venezuela

2,720

 

Guatemala

1,648

3,834

17.

Bolivien

2,726

 

Mexiko

5,522

5,917

18.

Ecuador

2,237

 

Dominikanische Republik

3,823

4,187

Informes: info@polilat.com o civel@polilat.com  

Entrevistas:  

Polilat.com: (54 911) 5008 3942 o (54 911) 5410 4743

Fundación Adenauer: (54 11) 4326 2552


 

Internationale Präsentation IDD-Lat 2006

 

Mit der gegenwärtigen Ausgabe des Demokratie-Index Lateinamerika, IDD-Lat 2006, setzen wir unsere Berichte über die lateinamerikanische Realität fort. Ziel dieser Arbeit ist es, die aktuelle Situation der Demokratieentwicklung in Lateinamerika mit ihren Stärken und Schwächen darzustellen, damit die Stärken als Anreiz und die Schwächen als Warnung verstanden werden.

Wie bereits in früheren Ausgaben ausgeführt, geht es dabei nicht um die Veranstaltung eines regionalen Wettbewerbs mit Gewinnern und Verlierern. Vielmehr sollen die Probleme der einzelnen Gesellschaften und Demokratien dargestellt werden, um so Schwierigkeiten aufzeigen und überwinden zu können. Vermittelt werden auch die Wege, die von den Nachbarstaaten eingeschlagen wurden, denen die Lösung der Konflikte gelungen ist.

Wir stellen hiermit eine Reihe von Grafiken und Tabellen vor, aus denen die wichtigsten Gesamtergebnisse des IDD-Lat 2006 und den einzelnen dabei berücksichtigten Dimensionen hervorgehen. Zum besseren Verständnis haben wir ein „Fahrtenblatt“ angelegt, das wie eine Art Glossar das Verständnis der Grafiken und Tabellen erleichtert. Weitere Informationen zu dieser und den früheren Ausgaben stehen darüber hinaus auf unserer Website  www.idd-lat.org zur Verfügung.

Jede Ausgabe des IDD-Lat ist der vertieften Analyse eines Themas gewidmet, das unserer Auffassung nach bestimmend für die regionale demokratische Agenda ist. Mit der Ausgabe 2006 von IDD-Lat wollen wir eine Diskussion über den Vormarsch des Populismus in der Region initiieren, über die sich daraus für unsere Gesellschaften ergebenden Risiken, über das neue Format, das wir aufgrund seiner technologischen Grundlage als Technopopulismus bezeichnen und über seine Ablehnung des von uns vertretenen und geförderten Begriffs der demokratischen Entwicklung. 

Das Wiederaufkommen in den letzten Jahren von zahlreichen populistischen Prozessen unterschiedlicher Prägung ist sicher nicht nur auf Lateinamerika beschränkt. Dennoch sind Phänomene wie eine weit verbreitete nicht organisierte Gewalt, der Verschleiß der Institutionen, Politikverdrossenheit und gesellschaftliche Zersplitterung sowie eine immer breiter werdende Kluft zwischen Arm und Reich kennzeichnend für die regionalen Realität.

Die Globalisierung, der Verfall der Ideologien, die eingeleiteten Wirtschaftreformen, die soziale Unzufriedenheit und zunehmende Zersprengung der Gesellschaft, Apathie, eine chronische institutionelle Schwäche und die Auswirkung der neuen Technologien gepaart mit einer wenig demokratischen Haltung der Eliten bilden ein Szenarium, das die Rückkehr des Populismus in der Region begünstigt. Dabei erreicht dieser technokratische und ausgefeilte Populismus eine Intensität, mit der es ihm gelingt die Gesellschaften zu spalten und die Institutionen und bürgerrechtlichen Qualitäten zu zerstören.

 Positiv ist, dass nicht alle Länder der Region den Weg zielloser populistischer Turbulenzen oder  der demokratischen und labilen Anomie der „failing States“ gehen, insbesondere auch solche nicht, die sich an die Spitze der lateinamerikanischen demokratischen Entwicklung gestellt haben. Diese Länder sind auf der ständigen Suche der institutionellen Verbesserung und politischen Effizienz auf der Grundlage von gewonnenen Erfahrungen sowohl von Regierenden als auch Regierten. Diesen Weg wollen wir unterstützen und fördern.

 

      Christoph Korneli                                                                       Jorge Arias

Fundación Konrad Adenauer                                                              Polilat.com

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FAHRTENBLATT

IDD-Lat:

 Demokratieindex Lateinamerika

Länder

Die Messung des IDD-Lat umfasst 18 Länder Lateinamerikas. Geographisch von Norden nach Süden geordnet sind dies: Argentinien, Chile, Uruguay, Paraguay, Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela, Panama, Costa Rica, Nicaragua, El Salvador, Honduras, Guatemala, Mexiko und Dominikanische Republik.

Dimensionen

Der IDD-Lat wird auf der Grundlage von vier Dimensionen der demokratischen Entwicklung erstellt.

Dimension I

GRUNDVORAUSSETZUNGEN DER DEMOKRATIE: Diese Dimension wurde nur bei der Aufnahme der Länder in den IDD-Lat berücksichtigt. Sämtliche in den Index aufgenommenen Länder erfüllen diese Voraussetzung.

Dimension II

ACHTUNG DER POLITISCHEN RECHTE UND DER BÜRGERFREIHEITEN. Beinhaltet: politische Beteiligung {(Wahlbeteiligung – (leer abgegebene Stimmzettel + ungültige Stimmen)}; Bewertung erfolgt in den Indizes Politische Rechte, Bürgerfreiheiten; Gender in der Regierung (Exekutive, Legislative, Judikative), Beschränkungen der Freiheiten und Rechte aufgrund der Unsicherheit.             

Dimension III

QUALITÄT DER INSTITUTIONEN UND POLITISCHE EFFIZIENZ. Bewertet die Warnehmung von Korruption, Vertretung der politischen Parteien im Parlament,  (rechtliche, politische und soziale) Accountability, Destabilisierungsfaktor und Regierungskrise.

Dimension IV

REGIERUNGSFÄHIGKEIT. Beinhaltet zwei Teildimensionen:

1.       KOMPETENZ  IN der UMSETZUNG  EINER Wohlstandssichernden poLITIK. Beinhaltet: Gesundheit (Kindersterblichkeit; Gesundheitshaushalt in %  des BIP), StÄadtische Arbeitslosigkeit, Haushalte unter der Armutsgrenze, Schulbildung (Einschreibungen in Sekundarschulen, Bildungshaushalt in % des BIP).

2.       KOMPETENZ IN DER UMSETZUNG EINER DIE WIRTSCHAFTSLEISTUNG fördernde politik. Beinhaltet Bewertungen über die Indizes Wirtschaftsfreiheit, Pro-Kopf-Einkommen der Bevölkerung,  Kaufkraftparität der Preise (PPP), Einkommensgefälle (Verhältnis zwischen dem Fünftel der Bevölkerung mit den höchsten Einkommen und dem Fünftel mit den niedrigsten Einkommen), Verschuldung (% der Verschuldung im Verhältnis zum BIP), Investitionen (Bruttofestanlagen / BIP).

Quellen

Im wesentlichen multilaterale Institutionen (Weltbank, Interamerikanische Entwicklungsbank, CEPAL, IPU usw.) eigene Ausarbeitungen und private Quellen mit breitem öffentlichen Zugang. Die Quellen können unter www.idd-lat.org nachgesehen werden.

Angaben

Die zur Verfügung stehenden Daten wurden im Dezember 2005 erhoben.

Bereich

Die enzelnen Dimensionen und ihre verschiedenen Komponenten werden auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet. Die höchste Punktzahl bekommt das Land mit der jeweils besten Leistung. Die übrigen Länder erhalten eine dazu im Verhaltnis stehende Punktzahl.

Methode

Siehe www.idd-lat.org

 
 

Allgemeine Tendenzen in der demokratischen Entwicklung in der Region

 

Im allgemeinen hat die Region ihre Leistung gesteigert. Dabei konnten zahlreiche Länder sich trotz der verschiedenen politisch-institutionellen Krisen im Jahr 2004 in ihrem IDD-Lat-Wert verbessern. Nicht übersehen werden kann dagegen, dass nur 17% der Region sich durch eine hohe demokratische Entwicklung auszeichnen. 

Die Länder mit der besten Entwicklung sind geographisch im Süden des Subkontinents, in der Andenregion und in Mittelamerika einschließlich Mexiko gelegen. Dabei liegen allerdings nur 6 Länder über dem regionalen Durchschnitt (5,063)

Zurückgefallen gegenüber den im IDD-Lat 2005 erzielten Werten sind: Paraguay, Bolivien, Ecuador, Panama, Nicaragua und El Salvador.

Verbessert haben sich: Argentinien, Chile, Uruguay, Brasilien, Peru, Kolumbien, Venezuela, Costa Rica, Honduras, Guatemala, Mexiko und Dominikanische Republik.

In die Landkarte sind die Länder eingezeichnet, die sich in der Region verbessert haben. Die anschließende Tabelle gibt die Tendenz der 18 lateinamerikanischen Länder von 2002 bis heute wieder.

  

Land

IDD-LAT 2002

IDD-LAT 2003

IDD-LAT 2004

IDD-LAT 2005

IDD-LAT 2006

Argentinien

5,247

3,900

3,918

4,337

5,330

Chile

8,757

10,031

10,242

10,435

10,796

Uruguay

9,736

9,766

7,517

8,355

8,397

Paraguay

2,255

3,214

1,689

4,493

3,745

Brasilien

3,932

5,028

3,348

3,820

4,468

Bolivien

4,150

2,883

3,343

3,528

2,726

Peru

4,352

3,602

3,688

3,126

3,590

Ecuador

1,694

2,376

3,122

3,658

2,237

Kolumbien

5,254

4,218

3,054

2,993

4,362